GS, Spiel gut, TÜV Proof & Co.: Die wichtigsten Prüfsiegel für Holzspielzeug

Ob Bauklötze, Kinderküchen oder Holzkugelbahnen: Holzspielzeuge gibt es in den verschiedensten Varianten. Hinweise auf ihre Qualität bieten verschiedene Prüfsiegel.

Holzspielzeug ist sehr beliebt. In jedem durchschnittlichen Kinderzimmer dürften sich mehrere Spielzeuge aus dem Naturprodukt finden. Vor dem Kauf ihre Qualität zu bewerten, fällt vielen Eltern jedoch schwer. Der Grund für die Unsicherheit: Auch Holzspielzeug kann gesundheitsschädliche Substanzen enthalten, die von den Kindern eingeatmet oder über Mund und Nase aufgenommen werden können, z.B. in Lack oder Sperrholz. Das stellte die Stiftung Warentest zuletzt im November 2013 fest.

Prüfsiegel geben zumindest erste Hinweise auf die Prüfverfahren, denen ein Spielzeug aus Holz vor dem Verkauf unterworfen wurde. Auch die Stiftung Warentest rät dazu, Spielzeug aus Holz zu bevorzugen, die mit einem Prüfsiegel versehen sind. Im Test schnitten sie besser ab als Spielzeuge ohne Siegel. Blind vertrauen sollte man ihnen allerdings nicht. Die wichtigsten Prüfsiegel stellt dieser Artikel vor.

1. CE-Kennzeichnung

Das CE-KennzeichenFür jedes Produkt, das in Europa verkauft werden soll, ist die CE-Kennzeichnung Pflicht. Aus welchem Land es stammt, ist dabei unerheblich. Allerdings handelt es sich genau genommen nicht um ein Prüfsiegel. Zunächst weist es lediglich aus, dass mit ihm gekennzeichnete Produkte den in der EU geltenden Anforderungen genügen und innerhalb der EU verkauft werden dürfen. Holzspielzeug ohne das Siegel darf in Deutschland nicht angeboten werden. Ist ein Holzspielzeug nicht mit ihm gekennzeichnet, sollte man es nicht kaufen.

2. GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit

GS_gepruefte-SicherheitHolzspielzeug mit dem 1977 eingeführten „Geprüfte Sicherheit“-Siegel hat einen Test eines unabhängigen Testinstituts hinter sich. Die Zertifizierung weist aus, dass das gekennzeichnete Produkt den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes genügt und weder die Sicherheit noch die Gesundheit von Personen gefährdet. Es handelt sich um eines der wichtigsten Sicherheitsprüfzeichen in Europa, das aussagekräftiger als das CE-Kennzeichen ist. Allerdings ist es den Herstellern freigestellt, ob sie ein Produkt testen lassen. Holzspielzeug, also auch Kinderküchen aus Holz, sollten das GS-Zeichen tragen.

3. TÜV Proof-Zeichen

TÜV-Proof-Siegel vom TÜV RheinlandNach der Vergabe durch den TÜV Rheinland hat es ein Jahr Gültigkeit. Will ein Hersteller es weiterhin auf einem Holzspielzeug oder einem anderen Produkt ausweisen, muss er es jedes Jahr neu testen lassen. Ein besonderer Fokus der zugrundeliegenden Tests liegt auf der Kontrolle von Schadstoffen. Das Siegel garantiert, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden und ein Spielzeug nach dem „Stand der Technik keine verfügbaren schädlichen Stoffe“ enthält. Wie auch das GS-Zeichen ist auch das TÜV Proof-Prüfzeichen nicht Pflicht.

4. Der „Blaue Engel“

Prüfsiegel: Der Blaue EngelSeit 1978 ziert der „Blaue Engel“ Produkte, die umweltfreundlicher sind als andere, vergleichbare Produkte. Ist ein Holzspielzeug mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet, bedeutet das aber nicht automatisch, dass es schadstofffrei ist. Es sagt in erster Linie nur etwas über die Umweltverträglichkeit eines Produkts aus, die im Vergleich zu anderen Produkten als höher eingestuft wird. Der „Blaue Engel“ wird nur auf Antrag verliehen, zudem ist die Zeit, in der ein Produkt mit ihm ausgezeichnet werden darf, in der Regel begrenzt.

5. „Spiel gut“-Siegel

Das "Spiel gut"-PrüfsiegelDas „Spiel gut“-Siegel wird vom gleichnamigen gemeinnützigen Verein verliehen. Hoffnungen auf das Siegel dürfen sich pädagogisch wertvolle Spielwaren mit hohem Spielwert machen, die den Begutachtungskriterien des Vereins entsprechen und einen Praxistest mit Kindern bestehen. In die Bewertung fließen unter anderem Spielmöglichkeiten, Haltbarkeit und Umweltverträglichkeit eines Spielzeugs ein. Das orangene Siegel gibt es seit 1955.